[Schaffhauser Nachrichten] Amsler greift Minder und Germann an

Der FDP-Vorstand nominiert den Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler für die Ständeratswahlen im Herbst. Bei den Wahlen für den Nationalrat treten die Freisinnigen mit Gewerbeverbandspräsident Marcel Fringer und Unternehmerin Claudia Ellenberger an.

Zeno Geisseler

SCHAFFHAUSEN. Die Schaffhauser FDP stellte einst einen National- und einen Ständerat, seit mehreren Jahren aber ist sie nicht mehr in Bern vertreten. Dies soll sich bei den Wahlen 2019 nun ändern. Gestern hat der Parteivorstand seine Nominationen für die Wahlen vorgestellt.

Schwierige Aufgabe

Beim Ständerat soll Regierungsrat Christian Amsler (55, Stetten) antreten. Seine Nomination ist keine Überraschung. Amsler, der sich Ende 2018 um einen Sitz im Bundesrat bewarb, hatte bereits in der Vergangenheit seine Ambitionen auf den Ständerat deutlich gemacht. Einfach dürfte die Aufgabe für ihn allerdings nicht werden. Die beiden Bisherigen, Hannes Germann (SVP) und Thomas Minder (parteilos), werden erneut antreten. In früheren Wahlkämpfen konnten sie Angriffe der anderen Parteien problemlos parieren. So scheiterte vor vier Jahren auch der damalige FDP-­Regierungsrat Reto Dubach an ihnen. Amsler ungelegen kommen dürfte auch, dass Untersuchungen zu den Vorgängen in der Schulzahnklinik laufen. Als Erziehungsdirektor ist Amsler für die Klinik politisch verantwortlich. Zudem tritt auch die SP für den Ständerat an.

Dennoch schätzt FDP-Parteichef Marcel Sonderegger Amslers Chancen als gut ein. «Die Kantonsbürger müssen sich überlegen, ob sie weiterhin zwei SVPler im Ständerat wollen», sagt er. Er spielt dabei auf den Umstand an, dass Minder, obwohl ­parteilos, in Bern in der SVP-Fraktion politisiert. Amsler komme zudem vom Land, er sei national bestens vernetzt, und man kenne ihn im Kanton. Und der Bundesratswahlkampf sei eine gute Übung gewesen.

Ex-Gemeinderat will es wissen

Für den Nationalrat tritt die FDP mit Marcel Fringer (51, Thayngen) an. Fringer ist Präsident des Kantonalen Gewerbeverbands. 2005 bis 2012 war er Mitglied des Thaynger Gemeinderats.

Neben Fringer kandidiert die Unternehmerin Claudia Ellenberger (49, Löhningen). Sie ist von den drei FDP-Kandidierenden die am wenigsten bekannte. Politisch ist sie bislang nicht in Erscheinung getreten. Seit 2017 ist sie Mitglied des Verwaltungsrats der Meier + Cie AG Schaffhausen, der Herausgeberin der «Schaffhauser Nachrichten». Auf Fringer und Ellenberger wartet ebenfalls eine schwierige Aufgabe. Mit Thomas Hurter (SVP) und Martina Munz (SP) treten die beiden bisherigen Schaffhauser Nationalräte wieder an. Auch sie haben freisinnige Angriffe auf ihre Sitze schon mehrmals abgewehrt.

50 000 Franken für den Wahlkampf

Dass die FDP nicht mit gestandenen Politikern aus der Kantonsratsfraktion antritt, begründet Präsident Sonderegger damit, dass schlicht niemand Interesse gezeigt habe. Für den Wahlkampf investiert die FDP laut Sonderegger rund 50 000 Franken.

Offen ist, welche Listenverbindungen die FDP eingehen wird. Dies werde erst nach den Sommerferien entschieden, sagt ­Sonderegger.

Die offizielle Nomination erfolgt an einer Parteiversammlung am 13. März.