[Schaffhauser Nachrichten] Germanns Sitz wird frei, der Kampf ums Stöckli ist eröffnet

Der Platz in der kleinen Kammer ist begehrt, Parteikollegen und politische Gegner bringen sich in Stellung.

Till Burgherr, Robin Blanck

Ständerat Hannes Germann räumt Ende 2027 seinen Platz. Bild: Keystone

SCHAFFHAUSEN. Noch ist Hannes Germann in Bern voll im Arbeitsmodus. Die laufende Herbstsession hat es in sich: Gesundheitspolitik, die Bankengesetzgebung und das grosse EU-Dossier stehen auf der Traktandenliste. «Es gibt noch eine super intensive Session», sagt der SVP-Ständerat gegenüber den SN. «Jetzt wird noch gearbeitet, Wehmut verspüre ich bislang kaum, diese kommt aber sicher noch.» Doch während Germann in Bern noch einmal anpacken will, beginnt in Schaffhausen bereits die Suche nach seiner Nachfolge. Nach mehr als 25 Jahren im Ständerat tritt Germann bei den Wahlen 2027 nicht mehr an. Eine Ära geht zu Ende. Bei der SVP wird der Fahrplan bereits konkret. Parteipräsidentin Andrea Müller war vor Germanns öffentlicher Rücktrittserklärung informiert worden. Am 19. Oktober entscheidet die SVP an ihrer Nominationsversammlung in Oberhallau, wen sie ins Rennen schickt.

Die SP will sich den SVP-Sitz schnappen, aber wer tritt an?

Während sich die SVP mit der Nachfolge für Hannes Germann befasst, bleibt auch die SP nicht tatenlos: Wie Parteipräsidentin Romina Loliva gegenüber den SN sagt, will die Partei den frei werdenden Sitz an-greifen.

Die Frage ist aber: Wer wagt den risikoreichen Frontalangriff auf die stärkste Partei des Kantons? Loliva selbst will sich auf die Frage, ob sie antreten werde, derzeit nicht konkret äussern. Darüber hinaus ist guter Rat bei den Genossen teuer: Bei fast jeder möglichen Kandidatur einer bekannten SP-Persönlichkeit droht der Verlust eines bestehenden Sitzes.